Ökumenischer Jugendkreuzweg 2020

Prolog

Einführung

Ganz am Anfang, als die Bibel vom Sinn der Erschaffung der Welt erzählt, als alles beginnt zwischen Gott und dem Menschen, schenkt Gott dem Menschen etwas, das ihn und jeden Menschen absolut einzigartig macht: Er erschafft ihn nach seinem Bild. Er schenkt ihm sein Wesen, die Würde, ein Abbild Gottes zu sein. In der altgriechischen Sprache der Bibel heißt Bild eikon (gesprochen „ey-kon“).


Ebenbild sein zu dürfen, heißt, Gott wirklich nahe sein zu dürfen; es heißt, zu leben. Es ist ein Geschenk aus Liebe. Und Gott gibt dem Menschen, jedem Menschen, den Auftrag und das Vertrauen mit auf den Weg, dem gerecht zu werden: „Mach etwas daraus, sei wie ich, sei schöpferisch, übernimm Verantwortung für das Leben und bleibʼ in meiner Liebe.“


Am Beispiel von Adam und Eva erzählt die Bibel, wie es ist, diesen Weg zu verlassen und dieses Geschenk nicht anzunehmen. Sie ziehen sich zurück von Gott, verbergen sich sogar vor ihm. Doch getrennt von Gott zu sein bedeutet, sich vom Leben und von der Liebe Gottes zu trennen.


Und so gehört es oft zum Leben der Menschen, nicht zu leben, sondern im Herzen tot und am Ende des Lebens im Tod gefangen zu sein. Doch so hatte Gott sie nicht gemeint, die Menschen. Wenn man Menschen jetzt ansieht, sieht man oft kein Bild, das ihr Wesen wirklich zeigt. Sie sind manchmal nur noch ein Zerrbild von sich, nicht mehr Abbild von Gott.


Jesus ist anders. Er gibt sich Gott hin und vertraut sich Seiner Liebe völlig an. Und Er trägt sie weiter zu den Menschen, in Seinen Worten, durch Seine Barmherzigkeit, aus Seiner Güte. So sehr, dass Er schließlich das Kreuz auf sich nimmt, um bis in den Tod einzustehen für Seine Liebe. Diese Ikone, die du hier siehst, ist der eine Moment, der die Zeitenwende bedeutet: Jesus geht an den dunkelsten und tiefsten Ort, den es gibt, über die äußerste Grenze hinweg, hinter die höchsten Tore, zu den Menschen dort. Er trägt die Liebe dorthin und führt die Menschen hinauf aus dieser Unterwelt. Um diese Abgeschlossenheit zu durchbrechen, um die Menschen zurückzuholen in Gottes Nähe – alle Menschen, auch dich: hier in deinem Leben durch das Angebot Seiner Freundschaft, und durch Ihn im ewigen Leben.


Jesus ist das Bild Gottes, eigentlich sogar ein echtes Selfie. Er ist das wahre Abbild, eikon. Weil Jesus diesen Kreuzweg ging, lernst du Gott durch Jesus kennen. Ganz persönlich. Im echten, direkten Kontakt. Sogar jetzt und hier, denn beten heißt, Gott kennenlernen. Kannst du das glauben?

Jesus öffnet die Pforten zur Unterwelt

Die Fotos dieses Jugendkreuzwegs zeigen Ikonen; das sind Bilder, die man auf den ersten Blick erkennt. Ikonen werden besonders in der christlich-orthodoxen Konfession verehrt.

Sie zeigen im Mittelpunkt immer eine bestimmte Person der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen. Vor allem sind dies Jesus Christus oder Maria, die Mutter Gottes.

Auf der Ikone stehen einige Buchstaben, die sagen, um wen es sich handelt, und auch der Gesichtsausdruck der Personen ist immer gleich. Es soll nicht um eine Verehrung dieses Bildes oder der Malkunst, sondern um die dargestellte Person gehen, um die Geschichte, für die sie stehen und um die Botschaft, die die Ikone damit für uns hat. Alle Farben, Landschaften oder Gebäude haben eine symbolische Bedeutung, die auf die Personen und diese Botschaft hinweist. Wenn du die Ikone betrachtest und dich auf sie einlässt, gewinnst du Verbindung zu dieser Botschaft und den Personen.


Etwas Spezielles an Ikonen, das wirst du sofort entdecken, ist die Farbe des Hintergrundes: Er leuchtet goldfarben, weil Gold aus sich selbst heraus strahlt; es symbolisiert Gottes Licht, das in unsere Welt strahlt. Gottes Gegenwart ist immer erfahrbar.

Gebet


Mein Gott, mit meinem ganzen Leben bin ich hier, mit all meinen Gedanken und Gefühlen, meiner Hoffnung und meiner Freude, meinen Ängsten und meinen Fehlern.

Öffne meine Sinne für die Begegnung mit Jesus und stärke meinen Verstand, um zu verstehen, was Er damals für uns getan hat. Herr, schenke mir ein Herz, das Deine Liebe sieht. Amen.

 

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